dahlemer
verlagsanstalt

Verena Liebers
Wolkenballett


ISBN 978-3-928832-93-9
Paperback, 158 Seiten, € 17,-




Die Biologin und Dichterin Verena Liebers wandert in lyrischen Texten durch innere und äußere Landschaften, sie nimmt den Leser mit zu den sinnlichen Erlebnissen von verschneiten, regennassen und sommerheißen Wegen und schreibt sich facettenreich bis an die Grenzen des Sagbaren.

Rezension:

Musik und Poesie
Bochumer Autorin Verena Liebers liest unter freiem Himmel

(Nathalie Memmer im Stadtspiegel Bochum 12. August 2020)

Noch im Februar konnte die Veranstaltungsreihe „Geige und Gedicht“, die das kulturelle Angebot im Ehrenfeld bereichern soll, mit der Biologin und Schriftstellerin Verena Liebers in der Werkstatt des Geigenbaumeisters Lukas Kehnen an der Christstraße stattfinden.

Wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ist das derzeit undenkbar. Die Beteiligten – neben dem Geigenbaumeister und der Autorin, die ihren Lyrikband „Wolkenballett. Poesie der Begegnung“, der dieser Tage erscheint, vorstellt, Liebers‘ Mitstreiter von der „VIGLis Wanderbühne“ – präsentieren ihr Programm mit „Poesie und Musik zum Entspannen und Lauschen“ am morgigen Donnerstag auf dem Parkplatz der GLS-Bank an der Christstraße.

Lukas Kehnen wird sein Handwerk demonstrieren. Bei einer szenischen Lesung lernen die Besucher darüber hinaus Liebers‘ Gedichtband kennen, der Begegnungen mit Menschen und Natur thematisiert und den Leser durch die Jahreszeiten in verschiedenen deutschen Landschaften führt. Sie will die Leser dazu bewegen, nach draußen zu gehen und nach innen zu blicken, wie sie im Vorwort zu „Wolkenballett“ schreibt.

Liebers, die ihre Passion für das Laufen in dem Buch „Vom Abenteuer 100 km zu laufen“ verarbeitet hat, gelingt es in ihren Gedichten, scheinbar Alltäglichem neue Seiten abzugewinnen. So findet sich im Kapitel „Als der Sommer sonnig war“ das Gedicht „Ich biege den Kopf in den Nacken“, das eindrucksvoll das Spiel zwischen Sonne und Wolken beschreibt: Unterstreichen zunächst Schönwetterwolken die Schönheit des Tages, setzt sich dann der Regen durch und verstellt den Blick auf die Farbenpracht der Natur. Der Regen steht für den Rückzug der Menschen in sich selbst. So ist das Gedicht ein Appell, öfter den Kopf in den Nacken zu biegen und sich für die Schönheit der Natur zu öffnen.

Die Gedichte, bei denen man Zeile für Zeile spürt, dass Verena Liebers jede Gelegenheit nutzt, sich im Freien aufzuhalten, laden dazu ein, die Natur neu zu entdecken. In Verbindung mit Musik entfalten sie sicher ihren ganz eigenen Reiz.