dahlemer
verlagsanstalt

Eva Reichmann
Grenzbereich
Kriminalroman



ISBN 978-3-928832-32-8
Paperback, 228 Seiten, € 16,50



Als der Briefträger Sandriester seine neue Anstellung im Weinviertel antritt, kann er nicht ahnen, dass er vom Regen in die Traufe kommt. Wieder verwandelt sich vor seinen Augen die Idylle zur Fratze. Wegen seiner kriminalistischen Neigungen gerät er erneut in Abgründe von Schlechtigkeiten. Diesmal ist es das Fleisch – menschliches wie tierisches – das ihn erneut an Flucht denken lässt.



Leseprobe …




Mörderische Idylle in Unterstinkenbrunn
Eine menschliche Zehe im Eintopf des Postbeamten Sandriester bringt eine mörderische Geschichte an den Tag. In ihrem neuen Kriminalroman »Grenzbereich« verlegt die Bielefelder Literaturwissenschaftlerin Eva Reichmann die Handlung in ihr Heimatland österreich. Wieder mit von der Partie: Postbote Sandriester, seine Lebensgefährtin Anne Materna und der pensionierte Ingenieur Draskovics, alles Figuren aus Reichmanns erstem Roman »Kalter Grund«. In dem kleinen Dörfchen Unterstinkenbrunn nahe der tschechischen Grenze ist längst nicht alles so beschaulich, wie es für den Postbeamten Sandriester bei Antritt seiner neuen Stelle scheint. Durch die eklige Zutat im Geschnetzelten wird sein krimineller Spürsinn geweckt. Gemeinsam mit Draskovics kommt er hinter die Machenschaften der Dörfler. Die haben es faustdick hinter den Ohren. Mit Prostitution, Kinder-, Organ- und Menschenhandel lässt sich gutes Geld verdienen. Tatort: das örtliche Schlachthaus. Mit ihren kriminellen Umtrieben finanzieren sich die Bewohner das neue Haus, die Limousine und die Designermode ihrer Ehefrauen. Sogar vor Mord schrecken die Dorfbewohner nicht zurück. Mit »Grenzbereich« ist Reichmann ein Kriminalroman gelungen, der häppchenweise die tiefen Abgründe einer anscheinend braven Bürgerschaft auftut. Dank der etwas putzigen Art von Sandriester, Anne und Draskovics (die schon im ersten Roman »Kalter Grund« vorkamen) hat der Leser öfter etwas zu schmunzeln. »Eigentlich mag ich keine Kommissare«, verrät Reichmann, die sich für die Umsetzung des Kriminalromans an realen Ereignissen um einen Schlachthausskandal orientiert hat. »Eine Schulfreundin hat in dem Ort gearbeitet und mir von dem Skandal erzählt.« Organ- und Menschenhandel hat Reichmann allerdings dazuerfunden.

Friederike Edler
Neue Westfälische – Bielefelder Tageblatt Samstag/Sonntag 13./14. Dezember 2008, Nr. 292/50, 198. Jahrgang

Krimi der Woche
Unterstinkenbrunn ist ein Dorf an der Grenze zu Polen(eigentlich Tschechien – der Verleger), in dem der Briefträger Sandriester täglich die Post austrägt und neugierig ist. Die Geschichte beginnt mit einer menschlichen Zehe, die er mit einem Voressen beinahe runtergeschluckt hätte. Er ruft die Polizei, und die stellt, wenn auch widerwillig, fest, dass vermutlich ein Verbrechen vorliegt. Fest steht, dass das menschliche Fleisch aus der örtlichen Metzgerei stammt, wie es dorthin kam, bleibt unklar. Der Briefträger und seine Lebensgefährtin Materna, eine Kräuterhexe, beschliessen, nur noch eigenes und biologisches Fleisch zu geniessen. Sie bauen mit Hilfe ihres Freundes und Diplomingenieurs Draskovics ihren Garten. Beim Graben stossen sie auf vergrabene Kleider und stellen erstaunt fest, dass sie über ihr günstig erworbenes Haus sehr wenig wissen. Mit Hilfe Draskovics stellen sie fest, dass in diesem Dorf einiges nicht stimmt; im Schlachthaus fehlt trotz grossem Schlachtvolumen der Tierarzt. Einige Bauern kamen zu nicht erklärlichem Reichtum. Die drei Neugierigen machen die Bekanntschaft von Konrad Morawa und Lena. Der erste sucht seinen Bruder Oskar, der vor drei Jahren unerwartet von Graz auszog und von dem es seit zwei Jahren kein Lebenszeichen mehr gibt. Das einzige Indiz war ein Internethinweis für »heissen Parkplatz-Sex« an der Grenze. Lena arbeitete dort, um ihr Kind zu ernähren. Sie erkennt Oskar auf dem Foto; er hatte mit seiner Freundin versucht, den Prostituierten zu helfen, und beide verschwanden unerwartet. Felix Draskovics findet es an der Zeit, Josef Penka beizuziehen, der bei irgendeiner österreichischen Behörde eine hohe Position innehat.
Die Faszination des Krimis liegt teilweise in seinem Widerspruch: Die Hauptpersonen sind eigentlich einfache und gemütliche Landmenschen, die ihr Leben geniessen und nun plötzlich mit Menschen- und Kinderhandel konfrontiert sind. Der Autorin gelingt es, fast gemütlich über diese Verbrechen zu berichten, ohne dass sie dabei an Bösartigkeit abnehmen.
kl.
aus: P.S., die linke Zürcher Zeitung, Juni 2009

»Seelennahrung« aus dem Bücher-Dschungel
19.10.2010 - HOFHEIM
Wieder »Nachlese« zur Buchmesse mit Rainer Brauer erlebt
Ein Zeh im Essen Der macht keinen Appetit, aber einen Briefträger so aufmerksam, dass er auch noch den Fuß dazu finden will... Und er findet mehr heraus: Abgründe hinter der Fassade einer idyllischen Kleinstadt. Eva Reichmann schrieb diesen Krimi mit dem Titel »Grenzbereich«.
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